Sepp Müller, Kandidat für den Landesvorsitz der CDU Sachsen-Anhalt, unterstützt den Vorschlag des Parlamentarischen Geschäftsführers Stefan Ruland, bei der Ministerpräsidentenwahl geschlossen den Plenarsaal zu verlassen. Müller hatte denselben Vorschlag am Montagmorgen dem Landesvorstand übermittelt. „Ich halte diesen Weg nach vielen Gesprächen am Wochenende für richtig. Ich begrüße sehr, dass auch Sven Schulze als Fraktionsvorsitzender den Vorschlag unterstützt. Die Fraktion braucht eine neue Verständigung, die alle mittragen können und die jeden Einzelnen schützt.“
Müller kritisiert den Umgang der Medien mit den CDU-Abgeordneten nach der Wahl des Landtagspräsidenten. „Die Wahl war geheim. Trotzdem haben Journalisten jeden einzelnen unserer Abgeordneten abgefragt und aus den Antworten nachgerechnet, wer gelogen haben soll. Am Ende steht jeder unter Verdacht, denn entkräften kann ihn bei einer geheimen Wahl niemand. Eine ganze Fraktion ohne einen einzigen Beleg an den Pranger zu stellen, ist kein Journalismus mehr. Das war unwürdig, und wir sollten das nicht noch einmal mit uns machen lassen.“
Das gemeinsame Verlassen des Saals entziehe weiteren Unterstellungen die Grundlage. Wer keinen Stimmzettel abgebe, könne auch keine Stimme für einen AfD-Kandidaten abgegeben haben. Vor allem aber eröffne der Vorschlag der Fraktion die Möglichkeit, die Gräben der vergangenen Wochen hinter sich zu lassen und zu einer neuen Gemeinsamkeit zu finden. Müller hatte sich am Wochenende dazu auch mit Staatsrechtlern beraten.
„Mir war wichtig, einen Weg zu finden, auf dem die Fraktion zusammenkommen kann. Niemand muss dafür die eigene Bewertung der vergangenen Wochen zurücknehmen. Aber wir können uns darauf verständigen, wie wir gemeinsam weitergehen. Dieser erste Schritt kann neue Gemeinsamkeit stiften und neues Vertrauen begründen. Wir alle sollten uns wieder aufeinander verlassen können, statt das Gift gegenseitigen Misstrauens weiter wirken zu lassen“, so Müller.
Die Entscheidung liege bei der Fraktion. Eine Unterstützung eines Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aus der Opposition heraus bleibe schon grundsätzlich als Oppositionsfraktion ausgeschlossen.